Gedankensplitter

....aus der Tiefe meiner Seele, ohne Zusammenhang und Hintergrund....

Leer - wie nach einem Sturm die Strasse vom Herbstlaub gereinigt.

Kalt, klamm, nass.

Grau - helles Grau, dunkles Grau, verzehrendes Grau.

Geräusche, von weit weg, hallen in die Leere wie Kanonenschüsse, fehl am Platz, brutal.
Gerüche simulieren Normalheit.
Sonne sucht Leichtigkeit, von dunklen Erinnerungswolken gestört in ihrem Plan.

Winde fegen durch die Seele und treiben Heiteres in die Ecken, zusammengewischt, aufgehoben, weggefegt, weggeworfen.

Wie ein Eindringling schleicht der Alltag herum. Lauernd, wartend, hoffend.
Pflicht ruft in den Sturm, verhallt ungehört.

Regenschleier verwischen die Sicht.
Tränen?
Ungeweint und aufgestaut.
Der Damm darf nicht brechen.

Trost versickert, verdünnt durch den Regen.
Auf Watte stapfend, kein Echo hörend.

Lebensfreude - Erinnerung aus ferner Zeit.
Lebensmut - grosse Unbekannte - verschollen in der Depression.

Hülle des Körpers umschliesst wie ein Kokon die Seele.
Nichts hinaus, nichts hinein - hält die Leere zusammen.

Hilfe......
......hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner.
Stell Dich nicht so an.
Dramatik. Finale furioso.
Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.
Reden ist Silber, Zuhören ist Gold.

Seele schweigt. Grau in Grau. Sturm im Wasserglas.


So fühlen sich Depressions-Tage beim Trauern an....
Geschrieben Anfangs 2002, Jacqueline

 

Weisser Flieder

Er blüht wieder.
Süss und betörend duftet er, der Fliederbaum vor dem Haus.
Eine wahre Augenweide, leuchten im Sonnenlicht, umschwärmt von den Bienen.

Schöne, bittersüsse Pracht.
Bis an mein Lebensende werde ich den Duft des Flieders mit dem 3. Mai 2000 in Verbindung bringen, weil ich da einen Strauss Fliederblüten in Davids Zimmer gestellt habe, zusammen mit einer Kerze.

 

Fast den ganzen Tag war Dein Körper noch bei uns, wir kamen immer wieder zu Dir, Oliver und Victoria erzählten Dir Geschichten und sangen Dir Lieder, Dein Körper ruhte auf dem Bett, Deine Seele war frei, aber bestimmt bei uns....

...und über allem lag der Duft des weissen Flieders.
Unvergesslich.
Eingebrannt in die Seele.

Ich stehe draussen und lasse mich vom üppigen Duft einhüllen und dann - ich spüre Dich in mir, die Erinnerungen an Dich und an diesen Tag werden wach, diese Stunden, die für mich unvergesslich bleiben, weil sie der erste Schritt auf dem Trauerweg waren...

Könnte ich doch die Zeit zurückdrehen, als der Fliederduft einfach ein angenehmer Duft war.....

April 2002

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