Ein Vorwort:

Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache."
aus " Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry

Sonne im Wald

Früher war alles ganz anders....


Früher war der Umgang mit dem Tod etwas Alltägliches, er gehörte zum Leben dazu. Alle Generationen lebten unter einem Dach und wenn jemand starb, wurde er zu Hause aufgebahrt, alle kamen, um sich zu verabschieden, und er wurde von seinem Daheim in einer feierlichen Prozession auf den Friedhof gebracht. Die Menschen wurden nicht so alt, die Kindersterblichkeit war um ein Mehrfaches höher als heute und es gab keine Möglichkeit, sich der steten Präsenz des Todes zu entziehen.

In der heutigen Gesellschaft wird der Tod oft fein säuberlich vom Leben getrennt.
Menschen sterben in Spitälern, Heimen, selten zuhause, alle Verrichtungen erledigt der Bestatter, der Leichenwagen muss möglichst dezent vorfahren, um niemanden zu belästigen - welch ein "klinisch sauberes Sterben". In unserer heutigen Konsumgesellschaft gehört der Tod zu den "out"-Themen, keiner will an so was Ernstes erinnert werden, da müsste man sich ja mit etwas auseinandersetzen und nicht nur konsumieren.
Viele neigen dazu, den Gedanken an den Tod von sich zu schieben, weil viele Ängste hochkommen, weil man gezwungen wird, sich mit der eigenen Vergänglichkeit auseinanderzusetzen, weil man ja noch jung ist, weil man gesund ist, weil... weil... weil...

Doch unversehens bricht der Tod in das Leben ein, nimmt einem einen geliebten Menschen, ein Kind, die Eltern, den Partner - und nichts ist mehr so, wie es einmal war und wird es auch nie mehr werden, alles ist anders.
Alles, was einst Gültigkeit hatte, alle Lebensmaximen, alle Ansichten und Werte sind auf den Kopf gestellt, und man dreht sich im Kreis, weil man nicht mehr weiss, was oben und was unten, was hinten und was vorne ist.

Der Tod macht sprachlos.....
uns Betroffene, unsere Freunde, unsere Familien, aber auch unsere Umwelt, die nicht weiss, wie sie mit uns umgehen soll - wie könnte sie auch, das müssen wir meist selber erst herausfinden, wenn der erste Schock über den erlittenen Verlust abgeklungen ist. Wem ein Kind genommen wird, sei es durch Fehlgeburt, durch Krankheit, Unfall oder anderes, der verliert einen Teil seiner selbst, seiner Lebensträume, seiner Zukunft.

Man fragt sich vielleicht, warum gerade wir, warum so früh, WARUM, WARUM, WARUM - und bekommt keine Antwort, weil es wohl keine Antwort gibt, die sich in Worte fassen lässt...

Alles, was man tun kann, ist irgendwie weiterleben, irgendwie überleben, versuchen, den Verlust zu erfassen, zu begreifen, wenn auch nicht zu verstehen. Dieser erste Schritt kann Tage, Monate oder Jahre dauern. Und weil der Tod in unserer Gesellschaft oftmals ein Tabu ist, weil die Betroffenheit auch oftmals sprachlos macht, ist es schwierig, Hilfe zu finden, sei es in Form von Literatur, Selbsthilfegruppen, Internet, Mitmenschen.

Hier möchte ich ein Zeichen setzen - Hilfe bieten - Trauer zulassen - Solidarität zeigen:

Mögen alle, die ein geliebtes Kind
verloren haben, getröstet werden,
mögen alle, die kein Kind verloren haben,
sich der Kostbarkeit des Lebens bewusst werden
und mögen diese Seiten Euch allen hilfreich zur Seite stehen....

Frühjahr 2001,
Jacqueline

 

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